Gummistiefel statt Anzugsschuhe: Mein Ausbildungsstart auf dem Bauernhof
Morgens auf dem Etzdorfer Hof: Mit Gummistiefeln und Arbeitskleidung stehe ich für die Versorgung der Kühe bereit. Das Füttern und Misten der Kühe ist nur eine von vielen Erfahrungen, die ich während meines dreiwöchigen Praktikums bei der Agrargenossenschaft Buchheim-Crossen gemacht habe.
Hallo, ich bin Eric, 21 Jahre alt, und habe diesen Sommer meine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Volksbank Eisenberg begonnen. Bei einer Schnitzeljagd haben wir am ersten Tag unseren Ausbildungsbetrieb und unsere neuen Kolleginnen und Kollegen kennengelernt. Bereits der zweite Ausbildungstag war überraschend anders und startete am frühen Morgen auf dem Etzdorfer Hof der Agrargenossenschaft Buchheim-Crossen. Für insgesamt drei Wochen tauschte ich mein Business-Outfit gegen Arbeitshose und absolvierte gemeinsam mit den anderen Azubis meines Jahrgangs ein landwirtschaftliches Praktikum.

Hannah und ich verbrachten unsere zweite Praktikumswoche im Kuhstall der Agrargenossenschaft Buchheim-Crossen.
Praktische Erfahrungen außerhalb der Bank
Das Startpraktikum auf dem Etzdorfer Hof hat bei der Volksbank Eisenberg lange Tradition. Ziel dieses außergewöhnlichen Ausbildungsstarts ist es, Einblicke in die Arbeitswelt unserer Bankkunden zu sammeln und durch eine gemeinsame Projektarbeit als Team zusammenzuwachsen.
Der Etzdorfer Hof eignet sich dafür besonders gut, weil er sehr vielfältig ist. Neben Landwirtschaft und Tierhaltung gehören dazu ein Reitstall mit angebundener Reitanlage, ein Hofladen, eine Hoffleischerei mit Gastronomie sowie ein Naturhotel. Wir Auszubildenden können dort in viele Bereiche hineinschnuppern und selbst mit anpacken. So erhalten wir Einblicke in unterschiedliche Berufswelten und ein besseres Verständnis für die Vielfalt unserer regionalen Wirtschaft.
Unser Projekt „Hochbeete für Küchenkräuter“
Immer montags und dienstags durften wir uns unserer Projektarbeit widmen. Gemeinsam etwas schaffen, das bleibt – unter diesem Motto bekommt jeder Ausbildungsjahrgang ein eigenes Projekt. Mit Unterstützung der Agrargenossenschaft haben wir zwei Hochbeete für den Anbau von Küchenkräutern für die Gastronomie des Etzdorfer Hofs gebaut. Beim Bau war Teamarbeit gefragt: Es musste gesägt, gestrichen und geschraubt werden. Besonders toll finde ich, dass unsere Hochbeete auch nach unserem Praktikum einen festen Platz auf dem Hof haben und die Küche mit frischen Kräutern versorgen.
Von Mittwoch bis Freitag lernten wir die unterschiedlichen Bereiche des Hofes kennen. Wir halfen auf der Reitanlage in Etzdorf, durften im Kuhstall in Buchheim mit anpacken und bekamen einen Eindruck von der Hotellerie, Gastronomie und Selbstvermarktung des Hofes. Beeindruckt hat mich dabei, wie vielfältig die Agrargenossenschaft aufgestellt ist und mit wie viel Liebe und Leidenschaft die Menschen dort arbeiten.

Julie, Leni, Hannah und ich haben gemeinsam zwei Hochbeete mit Küchenkräutern für den Etzdorfer Hof gebaut.
Mit Kälbern und Kühen den Tag verbringen
Von allen Bereichen fand ich die Arbeit im Kuhstall am interessantesten. Ich hätte nie gedacht, wie groß die Verantwortung für die Versorgung von Kühen ist. Woran ich mich bis heute noch gut erinnere, ist der einzigartige Geruch. Doch mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und auch die anderen Herausforderungen des Praktikums gemeistert.
Mein Fazit
Ohne die Volksbank wäre ich wahrscheinlich nicht mit dem Etzdorfer Hof in Kontakt gekommen. Ich habe gemerkt, wie unterschiedlich die Arbeiten in der Landwirtschaft und der Bank sind. Aber eines haben sie gemeinsam: Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die regionale Wirtschaft Thüringens. Dadurch habe ich die Arbeit der Menschen vor Ort viel mehr schätzen gelernt.
Ich finde, genau das macht die Ausbildung bei uns aus: Es geht nicht nur darum, fachlich dazuzulernen, sondern auch die Region, die Unternehmen und die Menschen kennenzulernen, die sie prägen.