Praktikum mal anders: Sarah und Julian bei den Unterallgäuer Werkstätten

Wir, Sarah (17 Jahre) und Julian (18 Jahre), machen gerade die Ausbildung zur Bankkauffrau/Bankkaufmann bei der Genossenschaftsbank Unterallgäu eG und sind im 2. Lehrjahr. Jedes Jahr gibt es eine Sozialprojektwoche bei den Unterallgäuer Werkstätten (UAW), bei denen wir Azubis ein 1-wöchiges Praktikum absolvieren durften. Wir haben uns schon vorher sehr auf die spannende Zeit gefreut! 👍

In den Unterallgäuer Werkstätten können Menschen, die aufgrund ihrer geistigen, körperlichen oder seelischen Beeinträchtigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Beschäftigung finden, einen Arbeitsplatz erhalten. Die „Werkstatt“ soll aber nicht nur ein Ort für Arbeit sein. Mit großem Respekt für die individuelle Situation der Beschäftigten erbringt sie auch Unterstützungs- und Beratungsleistungen, sodass die Arbeit in der Werkstatt, aber auch der Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt, erleichtert werden. Und dies mit größtmöglichem Wahlrecht für die betroffenen Menschen. Die Unterallgäuer Werkstätten bieten zurzeit ca. 570 Mitarbeiter/innen und Angestellten einen Arbeitsplatz.

Vier Tage waren wir insgesamt zu Besuch bei den UAW. Vorab durften wir uns für eine Abteilung entscheiden, in der wir gerne arbeiten möchten. Das Arbeitsspektrum in den Unterallgäuer Werkstätten gliedert sich in verschiedene Bereiche, z.B. Elektromontage, Hauswirtschaft, Metallbearbeitung und viele weitere. 🔧

Wir beide haben uns für die Elektromontage entschieden. Die Mitarbeiter erzählten uns, dass sich der Elektrobereich in den letzten Jahren zu dem umsatzstärksten, gleichzeitig aber auch zu dem anspruchsvollsten Arbeitsbereich entwickelt hat. Die Arbeit besteht hier in der Anfertigung und Konfektionierung von Kabeln und Kabelbäumen sowie der Montage & Verdrahtungsarbeiten für den Schaltschrankbau und der Bestückung von Leiterplatinen. Wir durften auch selbst eine Kabelplatte zusammenbauen. 🙂

Sozialdienst, Pflegedienst, Physiotherapie, Motopädie, Logopädie und Einzelförderung sorgen für eine pädagogische, soziale und pflegerische Betreuung und eine ganzheitliche Förderung. Ebenso gibt es viele individuelle Angebote und Kurse, wie beispielsweise das Anwenden und Üben der Kulturtechnik, wie Lesen, Schreiben, Rechnen, Ausbau und Trainieren der Wahrnehmung, Konzentration und Merkfähigkeit, Förderung der Sprach- und Sprechkompetenzen über gezielten Deutschunterricht oder unterstützte Kommunikation. Darüber hinaus werden viele Freizeitmaßnahmen wie beispielsweise Schwimmen, Disko ,Spiele- oder Backabende, Theater, Kinoabende, Fußball- oder Eishockeyspiele angeboten. Wir durften auch an einigen Kursen teilnehmen, z.B. Gymnastik & Bewegung mit Musik und „Lerne Deutschland kennen“.⚽️🏀🏒 🚴‍♀️🌍🎤

Letztlich können wir sagen, dass uns diese paar Tage enorm viel Spaß gemacht haben, wir haben viel gelernt und können einiges für unsere Ausbildung und Zukunft mitnehmen. Wir Azubis haben eine andere Arbeitswelt gesehen, aber auch Fingerspitzengefühl für den Umgang mit Menschen mit Handicap bekommen. Somit sind wir echt froh, dass uns diese Gelegenheit angeboten worden ist. Alles in allem möchten wir es wirklich jedem ans Herz legen, ein solches Praktikum zu machen, wenn die Möglichkeit gegeben ist! Es ist beruflich wie auch persönlich eine Bereicherung.💗👏

Ich hoffe ihr konntet einen kleinen Einblick erhalten! 😍 😃

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