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Back to school – Berufsschule in Zeiten von Corona

Hi, ich bin Lara, komme aus Neuburg und bin derzeit Azubi im ersten Lehrjahr bei der VR Bank Neuburg-Rain eG.

16.03.2020 – An dem Datum hat sich so Einiges in Deutschland verändert. Seit diesem Tag galt der Katastrophenzustand in Bayern. Coronavirus, Pandemie, Ausgangsbeschränkung und das fast tägliche Update der Landesregierung – ja, dies und vieles mehr begleitet uns seither auf unserem alltäglichen Lebensweg.

Auch für uns Bank-Azubis hat sich viel geändert. Immerhin hatten wir das Glück, weiter auf die Arbeit gehen zu dürfen – wenn auch mit Einschränkungen. Gerade der alltägliche Kundenkontakt am Schalter oder bei Beratungsgesprächen ist für uns Azubis besonders wichtig, um den richtigen Umgang mit Kunden zu lernen, und uns auf die mündliche Abschlussprüfung vorzubereiten. Nach und nach wurden diese persönlichen Momente jedoch durch die Situation immer weniger. Zuerst sollten Abstandsregeln eingehalten und ein Mundschutz getragen werden, später wurde der Service für den Großteil unserer Geschäftsstellen vorübergehend ganz geschlossen. Mit so drastischen Beschlüssen hatte, ehrlich gesagt, niemand von uns gerechnet. Zeitgleich wurde die Maßnahme ergriffen, den Abteilungswechsel auszusetzen, womit alle Azubis erstmal auf unbestimmte Zeit in ihren Abteilungen bleiben sollten.

Die ganze Situation hatte immerhin auch eine gute Seite: Gaaaanz viel Zeit. Zeit für die Berufsschule natürlich, die ebenfalls geschlossen wurde. Zum ersten Mal begriffen wir, dass es nun wirklich ernst wurde. Homeschooling war angesagt und gleichzeitig wurde dabei auch die Disziplin eines jeden Schülers auf eine harte Probe gestellt. Werde ich jeden Morgen ganz gewissenhaft in den digitalen Ordner gucken, um das neue Unterrichtsmaterial zu bearbeiten? Oder bin ich plötzlich an „Aufschieberitis“ erkrankt?

Normalerweise läuft alles anders. Für gewöhnlich gehe ich in die Berufsschule, setze mich auf meinen Platz und der Lehrer geht mit uns gemeinsam den Stoff durch. Wissen in Fächern wie Kreditgeschäft, Allgemeine Wirtschaftslehre und Rechnungswesen gehören auf jeden Fall zu einer guten Bankausbildung dazu. Die ersten Versuche der Lehrer, den Stoff digital zu vermitteln, waren etwas unkoordiniert. Letztendlich haben wir aber versucht das Beste daraus zu machen, und gegen Ende des digitalen Unterrichts waren Lehrer und Schüler ein eingespieltes Team. Großes Lob an unsere Lehrer, die uns in dieser besonderen Zeit mit Rat und Tat zur Seite standen. Webinare und sämtliche Zusatzmaterialien wurden zur Verfügung gestellt, damit wir trotz Schulausfall bestmöglich vorbereitet sind.

Meiner Meinung nach war das Homeschooling an sich eine neue, coole Erfahrung. Wir hatten großes Glück, dass unsere Ausbildungsleiterin viel Wert auf unsere schulischen Leistungen legt, und uns dementsprechend während der Ausbildung sehr unterstützt und fördert.  Beispielsweise haben wir mit ihr viele Videokonferenzen veranstaltet, in denen wir uns austauschen konnten. Es wurde dabei immer darauf geachtet, ob wir Hilfe brauchen. Zudem ermöglichte sie uns, dass wir während der Arbeitszeit im Betrieb genügend Freiraum und Zeit zum Lernen haben, sodass wir die vielen Arbeitsaufträge der Lehrer gut meistern konnten.

Ein paar Wochen sind vergangen und die Ausgangsbeschränkungen wurden wieder gelockert. Das heißt auch für uns: Wir dürfen endlich wieder in die Schule gehen – wenn auch mit Sicherheitsvorkehrungen. Ab sofort heißt es: Maskenpflicht und das für alle! Der erste Tag an der Schule fand daher also mit gemischten Gefühlen statt. Bevor man das Schulgebäude betreten kann, muss man wortwörtlich erst an der Security vorbei. Lehrer mit verschränkten Armen und Masken stehen vor dem Schuleingang und bewachen, ob ja jeder Schüler die Maskenpflicht einhält. Nach erfolgreicher Kontrolle dürfen wir passieren, der Mundschutz darf erst im Klassenzimmer abgenommen werden. By the way: Mitschüler und Lehrer mit Maske zu sehen, ist ein ungewohnter, aber auch teilweise amüsanter Anblick. Pausen sind nur innerhalb des Klassenzimmers gestattet und wer auf die Toilette muss, muss unbedingt die Maske aufsetzen und darf nur allein gehen. Diese Anweisungen und die Tatsache, dass auch der Pausenverkauf mit den leckeren Muffins geschlossen war, musste erst einmal verdaut werden.

Wer aber unsere genossenschaftlichen Werte kennt, der weiß, dass der Zusammenhalt und die Solidarität bei uns großgeschrieben werden. Gerade in so einer Krisenzeit hängt richtig viel davon ab, sich gegenseitig zu unterstützen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Zusammenfassend können wir Azubis sagen, dass die Pandemie nicht nur Schlechtes mit sich gebracht hat. Bezogen auf den Bankalltag haben wir einfach gemerkt, wie gut unser Betriebsklima ist. Der Zusammenhalt, das Gemeinschaftsgefühl und allgemein die Verbundenheit ein Teil vom großen Ganzen zu sein, macht uns sehr stolz, Azubis der VR Bank Neuburg-Rain eG sein zu dürfen.

Friedrich Wilhelm Raiffeisen hat einmal gesagt: „Was einer alleine nicht schafft, schaffen viele.“ Nach unserer Meinung hat dieses Zitat des Mitgründers der Genossenschaftsbanken an keinerlei Wert verloren, im Gegenteil, es ist heute zeitgemäßer denn je. #WirsindfuerEuchda

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