Antjes Praktikum in Spanien

Hallo Zusammen,

mein Name ist Antje Kräften. Ich bin 21 Jahre alt und im zweiten Ausbildungsjahr zur Bankkauffrau bei der Volksbank Lübeck eG. Zusätzlich zur Bankausbildung mache ich eine Ausbildung zur Europakauffrau. Diese Zusatzqualifikation kann man nach zwei Jahren Abendschule mit Prüfung vor der IHK erwerben. Neben dem Unterricht gibt es weitere Voraussetzungen, um zur IHK-Prüfung zugelassen zu werden. Man benötigt Sprachzertifikate, den Europäischen Computerführerschein und einen Nachweis über ein dreiwöchiges Auslandspraktikum. Dieses Praktikum habe ich mir vor Kurzem selbst organisiert. 🙂

Da ich mein Spanisch verbessern wollte und Mitglied im „Freundschafts- und Partnerschaftsverein Scharbeutz-Navajas e.V.“ bin, habe ich mich dort beworben. Mit Unterstützung des Vereins bekam ich einen Praktikumsplatz und fand eine Gastfamilie in Navajas. Meine Gastfamilie und ich hatten uns über WhatsApp schon kurz vorgestellt und Fotos ausgetauscht. So war sie nicht ganz fremd für mich. Auf das Praktikum habe ich mich vorbereitet, indem ich spanische Filme angesehen und Vokabeln aufgefrischt habe.

Mein Praktikum habe ich im Rathaus (vormittags), in der Grundschule (nachmittags) und im Tourismusbüro (samstags) absolviert. Für ordentlich Abwechslung war also definitiv gesorgt. 😉 Was mich im Einzelnen erwarten würde, wusste ich vorher natürlich nicht. Ich hoffte nur, dass meine Spanischkenntnisse ausreichen würden, um die mir übertragenen Aufgaben verstehen und ausführen zu können.

Anfang November flog ich also nach Valencia, wo ich am Flughafen mit einem großen Willkommenstransparent von Vereinsmitgliedern und meiner Gastfamilie willkommen geheißen wurde. Was für ein schöner Start! Mit dem Auto ging es weiter nach Navajas. Es war alles perfekt organisiert. Vormittags arbeitete ich im Rathaus, meistens in der Abteilung Rechnungswesen und Finanzen. Im Anschluss daran ging ich zur Grundschule, um die Kinder zu betreuen, mit ihnen Sport zu treiben, beim Mittagessen zu helfen und mit ihnen Hausaufgaben zu machen. Samstags arbeitete ich während der Öffnungszeiten im Tourismusbüro. Dort war ich auf mich alleine gestellt. Ich beriet spanische Touristen und führte sogar historische Stadtführungen in Navajas durch. Besonders hat es mich gefreut, Manolo Rodriguez, einen Bildhauer aus Navajas, persönlich kennengelernt zu haben. Ihm ist auch das an das Tourismusbüro grenzende Museum gewidmet ist.

Egal, wohin ich in Navajas ging und was ich machte, ich wurde überall super nett empfangen und gleich liebevoll integriert. So fühlte ich mich schnell zuhause. Mein Spanisch verbesserte sich von Tag zu Tag. Meine Gastfamilie, die mich wie eine eigene Tochter aufgenommen hatte, unternahm in meiner Freizeit und an den Wochenenden viel mit mir. Ich lernte die Sehenswürdigkeiten von Navajas und die wunderschöne Landschaft drumherum ebenso kennen, wie den Nachbarort Segorbe. Nach Valencia fuhren wir auch einige Male. Besonders spannend war die Wahl zum Baum des Jahres 2019 in Spanien, da die uralte riesige Ulme von Navajas mit in der engeren Auswahl stand. Es gab diverse Aktivitäten seitens der Einwohner Navajas, Werbung für die Ulme zu machen. So wurden Fotos mit alten Trachten vor der Ulme erstellt, es gab Chor- und Orchesterauftritte und das Fernsehen war sogar zweimal vor Ort. Der Höhepunkt für mich jedoch war die Erstellung eines Videoclips mit Musik und Tanz unter Anleitung einer Choreographin für das Fernsehen, Youtube und Facebook, bei dem ich ebenfalls dabei sein konnte.

El Olmo de Navajas

Die drei Wochen gingen viel zu schnell um. Der Abschied fiel mir sehr schwer. Meine Erwartungen an das Praktikum und den Aufenthalt in Spanien wurden mehr als erfüllt. Ich weiß, dass ich nächstes Jahr meinen Urlaub in Navajas und Valencia verbringen werde.

Vielen Dank für die Unterstützung der Volksbank Lübeck, die mich für das Praktikum freigestellt hat. 🙂

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